Wer offen fragt, führt.

vom 23. April 2017

Es wird viel geredet in Unternehmen. Reden um des Redens Willen, Versprechungen, um die Stimmung aufrecht zu erhalten, Reden in Meetings ohne auf den Punkt zu kommen…

Viele Führungskräfte reden viel zu viel, weil sie es so gelernt haben. Weil sie vielleicht glauben, damit beweisen zu können, dass sie was können. Sie wollen überzeugen und überzeugend auftreten. Aber wen interessiert dies noch?
Die neue Generation, agiles Denken und Handeln, braucht etwas Anderes. “Humble Inquiry“ – so von Ed Schein der Titel seines zuletzt veröffentlichten Buches, sagt viel darüber aus. Fragen stellen, die einen Unterschied machen. Wer fragt, führt, wer fragt, drückt seine Neugierde am Gegenüber aus, wer fragt, stellt dem Anderen einen Explorationsraum zur Verfügung, die eigenen Lösungen zu entfalten. Dabei handelt sich um offene Fragen, die zum Nachdenken, zum um die Ecke denken, zum kreativem Denken, Fühlen und Handeln einladen.
Sie fördern die Selbstorganisation der Mitarbeiter*innen.

Was denken Sie, braucht dieses Unternehmen, um gesund wachsen zu können? Was würden Sie ab morgen anderes tun, wenn Sie Chef/in wären?
Angenommen Sie hätten das Problem schon gelöst, woran würden Sie, woran die Anderen im Team, es bemerken?
Auf einer Skala von 1-10 (10 steht dafür, dass Sie das Projekt erfolgreich abgeschlossen haben und 1 steht für noch nicht mal angefangen) – wo stehen Sie heute? Wieso genau da? Woran merken die Anderen, dass Sie da stehen? Wie hätten die es eingeschätzt? Was können Sie ab morgen tun, um eine Zahl weiter in Richtung 10 zu kommen? Was müssten Sie ab morgen tun, um in Richtung 1 zu rutschen?

Solche und viele andere Möglichkeiten des Fragen kreieren eine Kultur des Vertrauens: nicht ich als Chef*in weiß immer alles und besser – sondern ich als Vorgesetzte/r bin an den Kompetenzen und Denkfähigkeiten meiner Mitarbeiter*innen wirklich interessiert und vertraue darauf, dass diese als beste Experten Lösungen generieren können! – UND sehr wichtig: diese müssen mir nicht immer gefallen☺.

– Liane Stephan

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