Sind Sie mutig?

vom 5. November 2015

Als Berater, Coach und Trainer erwarten Sie von den Menschen, die zu Ihnen kommen, dass sie bereit sind sich zu zeigen, sich zu verändern, den Problemen und Ängsten mitten ins Gesicht zu schauen. Um dann möglichst mit Ihrer Unterstützung und Impulsen mutig den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Aber wie steht es um Ihren eigenen Mut?

Fragt man nach wichtigen Eigenschaften und Kompetenzen für unseren Berufszweig, bekommt man meist die folgenden genannt: Emphatisch muss ein Coach sein, Freude am Kontakt mit Menschen haben, eine große Offenheit und Wertschätzung für die Unterschiedlichkeiten von Menschen. Er oder sie sollte gut zuhören können, sich und die eigene Meinung zurücknehmen, den Klienten in den Mittelpunkt des Beratungsprozesses stellen. Alles richtig. Es ist die Aufzählung von hilfreichen sowie notwendigen Fähigkeiten. Ohne diese würde der Beratungsprozess nicht gelingen und die Kunden und Klienten sich weder wohlfühlen noch wiederkommen.

Aber wie mutig sind Sie in Ihrer Beratung und im Leben?

Ich erlebe oft, dass die Ressource Mut dem Klienten zugeordnet wird. Der will sich ja schließlich verändern, um den geht es doch, nicht um mich als Beraterin. Oder? Überprüfen Sie einmal selber, wann Sie das letzte Mal mutig einen schwierigen Schritt gegangen sind:

Haben Sie im letzten Gespräch mit einem großen Firmenkunden wirklich das Feedback zur Führungskultur gegeben, was es braucht, damit sich etwas im Unternehmen verändert? Oder war die Angst, den Auftrag nicht zu bekommen größer?
Trauen Sie sich in jeder Beratung wirklich, Ihr Herz für den Menschen vor Ihnen zu öffnen? Sind Sie bereit, Ihre Hypothesen und Konzepte beiseite zu legen, weil Sie merken, es könnte doch ganz anders sein als gedacht? Trauen Sie sich auch mal nicht zu wissen, wie es weiter geht und dies transparent zu machen?
Holen Sie sich regelmäßig neue Impulse zur Weiterentwicklung in dem Sie selber ein Coaching buchen? Gehen Sie selber mutig die Themen an, die Sie in Ihrer Entwicklung begrenzen oder behindern?
Denn wenn wir ganz ehrlich zu uns selber sind, geht es uns doch genauso wie den meisten Klienten, bevor sie in die Beratung kommen:
Wir haben uns über die Jahre gut in unserer persönlichen Komfortzone eingerichtet, es uns gemütlich gemacht und die Beine hoch gelegt. Und so lange nichts wirklich „Schlimmes“ passiert, sitzen wir dort auch ganz gut und es gibt keinen drängenden Grund zur Veränderung. Und so wird der Angsthase in uns zum guten Begleiter und Ratgeber.

Angsthase oder mutiges Häschen – wen wollen Sie füttern?

Ich möchte Sie heute einladen, aufzustehen und mal wieder etwas zu wagen. Überprüfen Sie doch einmal die folgenden Fragen für sich: Ich kann Menschen am besten in den Dingen unterstützen, über die ich selber Erfahrungswissen gesammelt habe! Und mal angenommen – nur für diesen Moment – diese Hypothese wäre für Sie wahr, was möchten Sie sich dann mal wieder trauen? Dem Geschäftsführer zurück melden, dass er ein Coaching braucht und nicht das Team? Mal ganz ohne Konzept in die Beratung gehen, Ihr Herz öffnen und sich darauf einlassen, was für den Klienten am hilfreichsten ist? Einen Auftrag ablehnen, weil er nicht zu Ihren Werten passt, obwohl Sommerloch ist?

Es ist hilfreich den Mutmuskel täglich bei kleinen und großen Gelegenheiten zu trainieren. Dies sorgt dafür, in Situationen schnell auf den Mutmuskel zugreifen zu können und die gebrauchte Leistung abzurufen. Dies hilft einem Coach auch in Coachings, den mutigen Weg der Klienten zu verstehen, zu begleiten und immer wieder Impulse zu geben – die man vielleicht sogar schon erprobt hat. Haben Sie Lust mit zu trainieren? Ihre Klienten werden es Ihnen danken, denn mutige Berater und Coaches sind gute Wegbegleiter, vor allem wenn man wirklich Großes wagen will.

Beitrag von Tanja Peters

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