Fuzziness – Mindfulness

vom 6. April 2016

Wir leben in einer Zeit, die sehr herausfordernd ist:
Was heute noch Gültigkeit hat, kann morgen schon unwesentlich sein. Die Geschwindigkeit wird nicht langsamer und das, was uns bisher Sicherheit gegeben hat – nämlich die Stetigkeit – weicht auf. Wo aber finden wir unseren Halt? Wo nehmen wir die Zuversicht her?

Der einzige Ort, an dem wir Sicherheit finden können, sind wir selbst.
Aber wie geht das?
Wir spüren Unsicherheit und sollen uns gleichzeitig Sicherheit geben? Vielleicht geht es darum: die Sicherheit in der Unsicherheit zu finden. Die Unsicherheit anzunehmen und sie genau zu untersuchen. Gibt das nicht Sicherheit? Nicht mehr weglaufen zu wollen, wenn wir unsicher sind und nach der Sicherheit greifen wollen? Sondern sie anzunehmen, ihr freundlich zu begegnen. In dem Moment, wo wir dies können, spüren wir Sicherheit, Stabilität. Wir lernen, dem was ist, zu begegnen und sehen nicht andauernd das, was wir gerne hätten und zweifeln an dem wie es ist. Es ist nie anders als es ist – das ist das Leben in diesem Moment.

Und was hat das alles mit Führung zu tun?

Denken Sie selbst einen Moment nach.
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Früher gab es die klar definierten langfristigen Ziele. Die Führungskraft hatte ein Team. Meist über einen längeren Zeitraum konnte das Team in Ruhe entwickeln und an einem Projekt gezielt arbeiten.
Heute sieht diese Arbeitswelt anders aus. Das Selbstverständnis als Führungskraft hat sich verändert. Führungskräfte müssen mehr können, als nur Wissen zu haben. Emotionale Intelligenz, Beziehungen gestalten, auf Andere eingehen und gleichzeitig das große Ganze steuern können – flexibel sein, einen konstruktiven Mindset haben und elastisch mit Zielen und Veränderungen umgehen können.
Unser Gehirn ist dazu in der Lage, all das zu erfüllen  – aber dazu braucht es ein Training, um kontinuierlich am eigenen Verhalten und Mindset zu arbeiten.

Dieses Training heißt MINDFULNESS
Achtsamkeit: Erkennen was jetzt gerade ist (die Komplexität in ihren Zusammenhängen), sagen, was ich denke (Transparenz herstellen)  und tun, was ich sage (glaubwürdig sein).

Neues Verhalten kann immer erlernt werden – dazu braucht es eine Fähigkeit, nämlich die der Selbstbeobachtung.
Wenn wir Achtsamkeit z.B. in Form von Meditation trainieren, können wir diesen Selbstbeobachter stärken und wachhalten. So kann eine Führungskraft sich in der Gegenwärtigkeit selbst sehen, wie sie agiert und spricht.

Mindfulnesstraining bringt aber noch mehr hervor:

  • Gesteigerte Selbstbeobachtung
  • Freundlichkeit sich selbst und den eigenen Fehlbarkeiten gegenüber
  • Mitgefühl für Andere
  • Empathie
  • Klarheit und Präzision
  • Effektivität in der Arbeit (Fokussierung und Aufmerksamkeitssteuerung)
  • Achtsame Haltung: breite Wahrnehmung und dadurch stärkere
  • Antizipierbarkeit
  • Deutlich weniger gefühlten Druck/Stress

Ein Achtsamkeitstraining fordert heraus: Disziplin und Freude sowie die Lust sich selbst zu entwickeln bilden die Rahmenvoraussetzungen. Es hilft, diese Praxis der Achtsamkeit in einem Workshop zu erlernen. Danach kann man die Übung auch für sich selbst weiterentwickeln.

Wir brauchen menschlich-intelligente Führungskräfte, um den Menschen in Unternehmen Lust auf Leistung, auf Kooperation, auf Austausch, auf Kreativität und Transparenz ihres Wissens zu machen – all dies ist nicht selbstverständlich. In einer in vielerlei Hinsicht unmenschlichen Welt, das Menschsein zu ermöglichen. Im Menschsein können, finden wir dann immer wieder unsere Sicherheit, ganz gleich, ob wir gerade unsicher, traurig, wütend oder anders gestimmt sind – die annehmende Gegenwärtigkeit ist ein Schlüssel, um aktiv und klar handeln zu können.

Beitrag von Liane Stephan

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